Das jetzt hübsch restaurierte Haus Krumme Staße Nr 29 - hier links mit der Frau im Eingang stehend - ist eines der ältesten Häuser von Holten. Trotz farbenfroher Auffrischung hat es seinen ursprünglichen Charakter nicht verloren. Das geduckte Fachwerkhaus ziert an der rechten Hausseite eine alte Inschrift mit dem Datum 1691, die auch nach dem Umbau erhalten geblieben ist.
Im Sommer 1924 wurde die Straßenbahnlinie Markt Holten bis zum Bahnhof Holten in Betrieb genommen, im März 1925 die Weiterführung nach Hamborn. Aus diesem Grund wurde das am Eingang zur Kastellstraße stehende Kriegerdenkmal von 1905 zum Kastell verlegt. Auf dieser Ansicht führen die Gleise am Geschäft Heisterkamp und der katholischen Kirche vorbei Richtung Holtener Bahnhof. Vorne rechts im Bild ist der Laden Schuhhaus Mattler zu sehen.
Dieses Bild ist der ältesten Darstellung des Städtchens Holten um 1650 nachempfunden. Der Kupferstich nach einer Zeichnung von Henrik Feltman zeigt die wichtigsten Bauten von Holten, das am 26.März 1310 von Graf Engelbert II. von der Mark zur Stadt erhoben war. Am linken Rand sieht man das Kastell mit zwei Türmen. Rechts von der Bildmitte liegt das Kirchtor, daneben die evangelische Kirche. Ganz rechts erkennt man das Waldtor, das am anderen Ende der Stadt lag. Außerhalb der Stadtmauer auf dem Weg vor dem Kirchtor steht die unterste Mühle, den Einheimischen noch als Mühle Sondermann bekannt.
Ein eigenes Postgebäude besaß Holten erst seit 1907, als die Post das Kaiserliche Postamt an der Siegesstraße 172 beziehen konnte, heute gibt es hier eine Änderungsschneiderei. Vorher lag die alte Postagentur in der Gastwirtschaft Rebbelmund, die jetzige Eisdiele. Ein Postamt Holten existiert seit dem 1. September 1842, damals noch im Hause des diensthabenden "Postexpediteurs".
Am 8. August 1909 wurde der Westdeutsche Verein für Flugsegler e.V. mit seinem Sitz in Oberhausen gegründet, der Flugplatz selbst lag hier in Holten im ehemaligen Bruchgelände. Bereits Anfang Mai 1911 wurden die ersten Schauflüge für Gleitflieger durchgeführt, die reges Interesse bei der Bevölkerung fanden. Während des Ersten Weltktieges wurden die Flüge eingestellt, aber schon in den 20er Jahren wieder aufgenommen.
Der große Schützenumzug war einer der Höhepunkte des Schützenfestes von 1939. In diesem Jahr feierten die Holtener das 500jährige Bestehen ihrer Schützengilde, das sich nach der ältesten Aufzeichnung der Gilde aus dem Jahre 1349 errechnete. Schon am Bahnhof nahm der Zug Aufstellung und führte mit auswärtigen Gästen über die Bahnstraße vorbei an begeisterten Zuschauern durch das nachgebaute Waldtor in die Kastellstraße zum Kastell.
Auf diesem Bild schaut man von der Wasserstraße aus in die Lange Straße, jetzt Kastellstraße, am Ende der 1930er Jahre. Dort, wo heute der kleine Parkplatz an der Ecke Kastellstraße - Schulstraße liegt, stand früher das Geschäftshaus Uhren Rolf mit seiner unübersehbaren großen runden Uhr. Schräg gegenüber befand sich die Bäckerei Neuenhaus, später Posser.
Am 30. August 1925 wurde in Holten die im ganzen Rheinland begangene Jahrtausendfeier, die sich auf die 1000jährige Zugehörigkeit der Rheinländer zum Deutschen Reich bezog, mit enormen Aufwand gefeiert. Sämtliche Holtener Vereine nahmen unter Leitung des Verkehrsvereins Holten an dem großen historischen Festzug teil. "Treibt Sport", mit diesem Motto riefen die Fußballfreunde vom Turnverein 1900 und Spielverein Holten 08 die Zuschauer zum Mitmachen auf.
Durch die Fischer-Tropsch-Synthese, die ein Verfahren zur synthetischen Benzingewinnung darstellte, erreichte die im Jahre 1928 errichtete Ruhrchemie weltweite Bedeutung. Im eigens auf demselben Gelände dafür aufgezogenen Schwesterwerk "Ruhrbenzin" wurde das Benzin hergestellt. 1936 rollten die ersten Waggons mit dem synthetischen Benzin über die Werksgleise.
Noch wird der Löschzug der freiwilligen Feuerwehr in Holten von einem Pferd gezogen. Mit ernster Miene und berechtigtem Stolz lassen sich die Männer vor der "1000jährigen Linde" am Kastell ablichten. Im Jahre 1906 hat die bereits 1901 gegründete freiwillige Feuerwehr endlich die lang ersehnte "neue bespannbare Saug-und Druckspritze" erhalten.
Eine Trauergesellschaft ist auf dem Weg zum evangelischen Friedhof an der Mattlerstraße. Sie passiert gerade die Einmündung zur Kastellstraße. Rechts auf der Ecke Bahnstraße lag das Geschäft vom "eisernen" Heisterkamp, bei dem man u.a. Eisenwaren und Nägel kaufen konnte. Der "hölzerne" Heisterkamp stellte dagegen Möbel und Särge her. Im Hintergrund erkennt man den Gasthof "Nohlen im Stern". An der Hauswand blitzt noch das "G" hervor.
Die heutige evangelische Kirche von Holten ist 1319 als katholisches Gotteshaus errichtet worden. Nach der Hinwendung der Gemeinde zum reformierten Glauben Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie in eine evangelische Kirche umgewandelt. Im zweiten Weltkrieg wurde sie durch Bombenangriffe stark zerstört. Seitdem fehlt der markante Turm mit dem "Kleppglöckchen" an der Seite. 1956 begann man mit dem Wiederaufbau. Das alte Pastorat (Pfarrhaus) und das Gemeindehaus sind einem großzügigen Neubau gewichen, dem 1978 eingeweihten Gemeindezentrum.


Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei: Karl Heiz Bracht, Johann Bassier, Christel & Lothar Endemann, Doris Gödden, Sophie Herforth, Horst Hoppe, Hannelore Knoche, Edith Lux, Marlies & Otfried Malke, Ilse Mölleken, Gerd Nohlen, Rita Peters, Marlene Thiele, Elfriede Scheffel-Benninghoff, Manfred Scheffler, Franz Wichert

Texte: Monika Elm




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